Milan Scheidegger

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"Neuro" liegt im Trend! Es wimmelt regelrecht vor Wortkreationen wie Neurophilosophie, Neurotheologie, Neuroimmunologie, Neuropsychologie, Neuroinformatik etc. und bunte Aufnahmen unseres denkenden Organs schmücken zahlreiche Titelseiten renommierter Fachzeitschriften. Für Neurowissenschaftler eine ungeheuer spannende Zeit, denn es liegt eine breite Palette an etablierten Methoden vor, um im Gehirn nach neuronalen Grundlagen dessen, was uns alle ausmacht, nämlich Gedächtnis, Emotion, Kognition etc. zu suchen. Dieses breite Untersuchungsspektrum reicht vom molekularen Niveau mit der Analyse der Genexpression in einzelnen Neuronen bis hin zur funktionellen Neurobildgebung mittels fMRI und PET im Zusammenhang mit kognitiven Fragestellungen. Dabei sind vor allem molekulare und zelluläre Prozesse, die letztlich die Basis unserer höheren Gehirnfunktionen darstellen, von hoher klinischer Relevanz im Hinblick auf deren therapeutische Modulierbarkeit. Trotzdem muss es zukünftig ein grosses Anliegen der Neurowissenschaften bleiben, die unterschiedlichsten Beschreibungsebenen von Hirnprozessen stets von einem möglichst integrativen Standpunkt aus zu betrachten und zusammenzufügen.

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NZZ Campus-Magazin November 2011